Backups für WordPress erstellen und wiederherstellen

Backups für WordPress erstellen und wiederherstellen

Vor kurzem loggte ich mich erstmals in den Adminbereich einer Neukundin ein.

Uiuiui…

Plugins und Theme waren seit Monaten nicht aktualisiert. Die WordPress-Version völlig veraltet.
Ich fragte sie, warum sie kein Update mache.

Ihre Antwort: „Ich habe Angst, dass meine Website danach nicht mehr funktioniert.“
Verständlich – denn es gab kein Backup.

Damit es dir nicht so geht, verrate ich dir hier meine Backup-Strategie.

In Zukunft klickst du dann lässig auf den Aktualisieren-Button.

Die drei Regeln für deine Backup-Strategie

  1. Sichere deine Daten vor jedem Update
    Du weißt nie, ob das Update erfolgreich durchläuft oder du am Ende nur noch den gefürchteten weißen Bildschirm siehst.
  2. Erstelle deine Backups regelmäßig
    Ein vier Wochen altes Backup nützt dir wenig, wenn du seitdem deine Website komplett überarbeitet hast.
  3. Lege deine Backups an zwei verschiedenen Speicherorten ab
    Es kann passieren, dass ein Backup verloren geht oder gehackt wird. Darum solltest du Backups immer an zwei Orten abspeichern.

Welche Daten musst du sichern?

Für ein funktionierendes Backup musst du sowohl die Datenbank als auch die Dateien mit dem Programmcode sichern. In der Datenbank sind z.B. deine Texte gespeichert. In den Dateien liegt bspw. der Programmcode für dein Theme.

Manuelles oder automatisches Backup?

Am besten lassen sich die Regeln mit einem Backup-Plugin umsetzen. Ich verwende dafür am liebsten UpdraftPlus.

Vor einem Update klicke ich kurz auf „Jetzt sichern“ und kontrolliere anschließend noch, ob das Backup erfolgreich war.

Du kannst bei UpdraftPlus Backup-Intervalle einrichten und das Backup an einen zweiten Speicherort senden lassen. Damit sind Regel 2 und 3 ebenfalls erfüllt.

Dennoch empfehle ich dir hin und wieder ein manuelles Backup zu erstellen.

Denn es kann immer mal passieren, dass das automatische Backup fehlerhaft ist und sich nicht mehr einspielen lässt. Doppelt hält besser.

Ich zeige dir in diesem Blogpost beide Wege. Anschließend erhältst du noch eine Anleitung darüber, wie du die Backups wiederherstellen kannst.

Automatische Backups mit UpdraftPlus einstellen

UpdraftPlus ist mit über 3 Mio. aktiven Installationen und einer 5-Sterne-Bewertung eines der beliebtesten Backup-Plugins. In der Basisversion ist es kostenlos und für eine regelmäßige Sicherung ausreichend.

Installation von UpdraftPlus

Um das Plugin zu installieren, gehe im Adminbereich deiner WordPress-Seite auf Plugins -> Installieren und suche nach UpdraftPlus. Wähle „UpdraftPlus WordPress Backup Plugin“. Nach der Installation musst du das Plugin aktivieren.

Einrichten von UpdraftPlus

Die Einstellungen findest du im Adminbereich unter Einstellungen -> UpdraftPlus Sicherungen -> Einstellungen.

Folgende Schritte sind notwendig, um UpdraftPlus einzurichten:

Schritt 1: Sicherungsplan anlegen.

Bestimme, in welchen zeitlichen Abständen UpdraftPlus die Backups erstellen soll. Je nachdem wie oft du etwas an deiner Website änderst, sollte das Intervall kurz oder lang sein. Wenn du nur einmal pro Woche Änderungen vornimmst, reicht ein wöchentliches Intervall. Wenn du deine Website gerade erst erstellst oder täglich neue Texte einstellst, solltest du das Intervall entsprechend kürzer wählen.

Screenshot UpdraftPlus, Datei-Sicherungsplan erstellen
UpdraftPlus, Datei-Sicherungsplan erstellen

Backup-Dateien können sehr groß werden. Daher ist es sinnvoll, die Anzahl der Backups einzuschränken. Sie verbrauchen sonst zu viel Platz auf deinem Server. Dies stellst du unter dem Punkt „bewahre folgende Anzahl geplanter Sicherungen“ ein. Die Anzahl richtet sich danach, wie viel Speicherplatz dir in deinem Hosting-Paket zur Verfügung steht und wie groß deine Backups sind. In der Regel reichen 3-5 Backup-Sicherungen.

Schritt 2: Einen zweiten Speicherort für die Backups wählen

Standardmäßig legt UpdraftPlus deine Backups auf dem Server deiner Website im Ordner wp-content/updraft/ ab. Du solltest aber noch einen zweiten Speicherort wählen. Sollte deine Website gehackt werden, kann es passieren, dass deine Backup-Dateien auf dem Server futsch sind. Backups an einem anderen Speicherort sind vor einem solchen Angriff sicher. Außerdem kannst du dort noch mehr Backups aufbewahren, wenn dein Speicherplatz dies erlaubt.

Ich lasse mir meine Backups zusätzlich per E-Mail zustellen und speichere sie dann lokal oder auf einer externen Festplatte.

Denke daran, dass deine Website immer auch personenbezogene Daten deiner Besucher speichert (z.B. die IP-Adresse). Daher solltest du einen DSGVO-konformen Speicherort wählen.

Schritt 3: Wähle, welche Dateien gespeichert werden sollen

Wähle nun noch, welche Dateien zur Sicherung hinzugefügt werden sollen. Die Standardeinstellung ist in der Regel passend.

Erste Sicherung erstellen

Unter dem Reiter Sicherung / Wiederherstellung kannst du eine erste Sicherung anlegen lassen. Klicke dazu auf Jetzt sichern.

Für weitere Funktionen von UpdraftPlus benötigst du die Premium-Version.

Manuelles Backup einrichten

Die manuelle Sicherung erfolgt in zwei Schritten: Sicherung der Datenbank und Sicherung der Dateien.

Manuelles Backup der Datenbank

Um die Datenbank zu sichern, loggst du dich bei deinem Hoster ein. Dort musst du den Link zu deiner Datenbank öffnen. Diesen findest du unter Begriffen wie Datenbank, phpMyAdmin oder MySQL-Zugang.

Screenshot: Link zur Datenbank bei Alfahosting.
Link zur Datenbank bei Alfahosting.

Wähle die Datenbank aus, die gesichert werden soll. Es öffnet sich eine Tabelle. Klicke auf Exportieren.

Screenshot phpMyAdmin: Datenbank auswählen und auf Exportieren klicken
phpMyAdmin: Datenbank auswählen und auf Exportieren klicken

Die Standardeinstellungen kannst du so belassen. Klicke auf OK und die Datenbank wird heruntergeladen. Speichere dir die Datei am besten auf einer externen Festplatte.

Screenshot phpMyAdmin: Datenbank herunterladen
phpMyAdmin: Datenbank herunterladen

Manuelles Backup der Dateien per FTP/SFTP

Um die Dateien manuell zu sichern, benötigst du ein FTP-Programm. Ich verwende dafür Filezilla. Du kannst dir Filezilla hier herunterladen: https://filezilla-project.org/ .

Jetzt musst du den Zugang zum Server deines Hosters einrichten.

Gehe dazu auf Datei -> Servermanager -> Neuer Server.

Unter dem Reiter Allgemein trägst du die Zugangsdaten ein. Die Zugangsdaten findest du bei deinem Hoster.

Ich empfehle dir als Protokoll das SFTP-Protokoll zu nutzen, da dieses eine verschlüsselte Datenübertragung sicherstellt.

Wenn du die Zugangsdaten eingetragen hast, klicke auf Verbinden.

Auf der linken Seite wählst du in der Ordnerstruktur den Ordner aus, in den du das Backup speichern willst. Sinnvoll ist es, den Ordner auch mit einem Datum zu versehen. Ich wähle dafür immer das Format Jahr-Monat-Tag, also z.B. Backup-2021-03-22. Dann sortieren sich die Backups später chronologisch. Um Speicherplatz zu sparen, kannst du aus dem Ordner später eine Zip-Datei machen.

Screenshot Filezilla: Markiere alle Dateien und ziehe sie in deinen Backup-Ordner
Filezilla: Markiere alle Dateien und ziehe sie in deinen Backup-Ordner

Das manuelle Backup solltest du mindestens einmal im Monat durchführen. Jedoch öfter, wenn du viele Änderungen an deiner Website vornimmst.

Automatisches Backup von UpdraftPlus wiederherstellen

Der schlimmste Fall ist eingetreten. Deine Website funktioniert nicht mehr und du musst ein Backup wiederherstellen. Mit UpdraftPlus geht das ganz easy.

Wenn du den Adminbereich deiner Website noch aufrufen kannst, ist die Wiederherstellung deines Backups mit UpdraftPlus leicht.

Screenshot UpdraftPlus: Bestehende Sicherungen wiederherstellen
UpdraftPlus: Bestehende Sicherungen wiederherstellen

Gehe auf Einstellungen -> UpdraftPlus Sicherungen -> Sicherung / Wiederherstellung und wähle unter dem Punkt Bestehende Sicherungen das Backup aus, welches du wiederherstellen willst. Im Anschluss kannst du noch angeben, welche Komponenten du wiederherstellen willst. Fertig.

Wenn du den Adminbereich deiner Website nicht mehr aufrufen kannst, musst du das Update in eine neue WordPress-Installation einspielen.

  1. Installiere WordPress neu
  2. Installiere UpdraftPlus
  3. Kopiere die zip-Dateien deines Backups per FTP / SFTP in den UpdraftPlus-Ordner. Du findest diesen unter wp-content/updraft/
  4. Jetzt solltest du das Backup unter Bestehende Sicherungen finden und wie oben beschrieben wiederherstellen können.

Manuelles Backup wiederherstellen

Wiederherstellen der Datenbank über phpMyAdmin

Rufe über deinen Hoster phpMyAdmin auf. Wähle die Datenbank deiner WordPress-Website aus. Bevor du dein Backup importierst, musst du die Datenbank leeren.

phpMyAdmin: Löschen der Tabellen
phpMyAdmin: Löschen der Tabellen

Wähle dazu alle Tabellen aus und lösche diese. Die Datenbank sollte jetzt keine Tabellen mehr haben.

Nun klickst du oben in der Leiste auf Importieren und wählst das Backup deiner Datenbank aus.

Wiederherstellen der WordPress-Dateien über FTP / SFTP

Verbinde dich über dein FTP / SFTP-Programm (z.B. Filezilla: https://filezilla-project.org/) mit deinem Server. Auf der rechten Seite siehst du nun alle Dateien, die auf deinem Server liegen. Öffne den Ordner, in dem deine WordPress-Dateien liegen und lösche alle diese Dateien.

Ziehe nun die Backup-Dateien von deiner Festplatte in den WordPress-Ordner auf dem Server. Vergiss dabei auch nicht die .htaccess-Datei.

Filezilla: Wiederherstellen der Backup-Dateien auf dem Server der Website
Filezilla: Wiederherstellen der Backup-Dateien auf dem Server der Website

Das Backup deiner Website sollte jetzt vollständig wiederhergestellt sein und funktionieren.
Ich wünsche dir viel Erfolg!

Die Autorin: Sylvia Klatt

Sylvia Klatt ist leidenschaftliche Webdesignerin. Am liebsten verhilft sie Business-Starterinnen zu einer modernen und strategisch gestalteten Website. Laien WordPress anschaulich und verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

Wenn du mehr über Sylvia wissen willst, besuche ihre Internetseite: sylviaklatt.de
Oder kontaktiere sie über ihr LinkedIn-Profil: linkedin.com/in/sylviaklatt/

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